290413_gutes_leben_blau_290413.inddImmer mehr Menschen entdecken nachhaltige Lebensstile: Sie teilen sich Autos per Carsharing, drosseln ihren Fleischkonsum, vermeiden Plastikmüll, kaufen mehr Second Hand und pflanzen ihr Gemüse selbst an. „Die Politik muss solche Lebensentwürfe unterstützen,“ so lautet die zentrale These von Uwe Schneidewind und Angelika Zahrnt in ihrem Buch Damit gutes Leben einfacher wird. Denn nur so könnten solche ressourcen- und klimaschonenden Lebensstile zur Massenbewegung werden.

Immer weiter, immer höher, immer schneller – immer mehr Menschen fühlen sich gestresst von den Anforderungen unserer wachstumsdiktierten modernen Gesellschaft. Längst haben Studien bewiesen, dass Wohlstand und Konsum alleine nicht glücklich machen, und dass wir durch immer mehr Wachstum in nicht allzu ferner Zukunft an die ökologischen Grenzen unseres Planeten stoßen.

Schneidewind und Zahrnt, der eine ist Leiter des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, die andere langjährige Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), plädieren für eine Suffizienzpolitik, die sich abwendet vom wachsenden Bruttosozialprodukt als Wohlstandsmesser. Ihnen geht es um die Frage nach dem „rechten Maß“, nach der Wiedergewinnung von Gleichgewichten zwischen Ökonomie, Ökologie und dem Sozialen. „Suffizienz“ bedeutet in diesem Zusammenhang so viel wie „ausreichen“. Schneidewinds und Zahrnts Idee einer Suffizienzpolitik orientiert sich dabei an den vier Pfeilern Entschleunigung, Entflechtung, Entrümpelung und Entkommerzialisierung.

Zahlreiche Politikfelder, darunter Verkehr, Bildung und Gesundheit, klopfen die beiden Autoren auf nur 160 Seiten vor diesem Hintergrund auf die Möglichkeiten und Chancen einer gelungenen Suffizienzpolitik ab. Dabei ist gar nicht alles neu, was sie sehr eingängig durchdeklinieren. So wurde in Bezug auf eine ganzheitliche Arbeitspolitik die Miteinbeziehung vielfältiger Formen von Nichterwerbstätigkeit, wie etwa die Pflege und Familienarbeit, durchaus immer mal wieder diskutiert. Und auch die Wiederentdeckung des Regionalen in der Verbraucherpolitik stößt zurzeit sicher auf offene Ohren. Ein anregendes Buch, das etwas Aufsehen verdient hat.

Uwe Schneidewind, Angelika Zahrnt: Damit gutes Leben einfacher wird. Perspektiven einer Suffizienzpolitik, 160 S., oekom Verlag 2013

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