Die Freihandelsluege von Thilo BodeKurz vorweggenommen: Thilo Bode, Kopf der Verbraucherschutzinitiative Foodwatch, bekennt sich gleich im Vorwort generell zum Freihandel und macht sich auch ansonsten nicht des schnöden Antiamerikanismus’ verdächtig. Das geplante TTIP allerdings, so argumentiert der 67-Jährige Seite um Seite gut nachvollziehbar, sei schlicht eine Katastrophe, weil es Demokratie und Politik untergrabe und letztlich nur den großen Konzernen nütze. Mehr noch, dieses Abkommen, so der Autor, entmachte die Parlamente und greife durch ein geplantes Investitionsschutzabkommen direkt in nationale und europäische Rechtsprechung ein.

“Es geht bei TTIP um die Verrechtlichung von Konzerninteressen, um die reale Gefahr, dass gesellschaftspolitische Errungenschaften Stück für Stück ausgehöhlt, Umwelt-, Verbraucherschutz- und Arbeitnehmerstandards eingefroren werden”, schreibt Bode.

Vor allem an seinen Steckenpferden Lebensmittelsicherheit, Landwirtschaft und Umwelt arbeitet sich Bode ab. Seiner Überzeugung nach ist nicht das viel zitierte „Chlorhühnchen“ das Problem, sondern das gegenseitige Anerkennen und damit Einzementieren der jeweiligen Standards. Und die ließen, so der Autor, auch hierzulande, etwa mit Blick auf Tier- und Verbraucherschutz, immer noch zu wünschen übrig. Ein lesenswertes und – zu Recht – zorniges Buch.

 

 

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