“Pfandraising” zu Hause und im Büro: Das soziale Potenzial, das in der leeren Flasche steckt, hat nun auch Recycling-Dienstleister Interseroh entdeckt.Seit Mitte März macht das Kölner Unternehmen mit der Berliner Initiative Sozialhelden von Raul Krauthausen und Jan Mörsch gemeinsame Sache. Privatpersonen wie Unternehmen können sich Sammelbehälter für Einwegpfandflaschen und -dosen aufstellen lassen, die regelmäßig abgeholt und geleert werden. Die gesammelten Pfanderlöse gehen – nach Abzug einer “Verwaltungsgebühr” für den Recycler – an soziale Projekte. Infos HIER.

Was für den Einen lästige Pflicht und nur ein paar Peanuts sind, bringt für manches Projekt notwendige Unterstützung und birgt für viele die Möglichkeit, ein bisschen Bares zum Lebensunterhalt dazuzuverdienen. Rund um die leere Flasche drehen sich aktuell – neben dem oben Erwähnten – drei weitere innovative Projekte:

Mit Pfandbons helfen: Die Mutter aller Hilfe aus der leeren Flasche ist das bereits seit 2006 aktive Projekt Pfandtastisch helfen!. Die Sozialhelden stellen seitdem bundesweit in ausgewählten Sky-, Rewe- und Edeka-Märkten Sammelboxen auf, in die die Verbraucher ihre Pfandbons geben könnnen. Mit dem Erlös der Bons werden soziale Einrichtungen und Projekte unterstützt, darunter die Tafeln und Projekte der AWO. Pro Jahr und Box kommen laut Projektmacher immerhin um die 1.000 Euro an Spenden zusammen.

Win-Win mit leeren Flaschen: Die leeren Flaschen stapeln sich mal wieder in Flur und Speisekammer? Pfandgeben heißt das Berliner Projekt, das da Abhilfe schafft. Die angehenden KommunikationsdesignerInnen Jonas Kakoschke, Corinna Northe und Mareike Geiling bringen auf www.pfandgeben.de  PfandhüterInnen mit PfandsammlerInnen zusammen. Letzteren bringt das Projekt einen kleinen Zuverdienst, ohne dafür in Mülleimern nach leeren Flaschen wühlen zu müssen.

Das Prinzip ist einfach: Interessierte AbholerInnen können sich auf der Projekthompage mit ihrer Handynummer und der Angabe ihres Wohn/Sammelortes registrieren lassen. Wer Pfand abholen lassen möchte, schaut auf der Homepage nach, kontaktet eine der für die jeweilige Stadt registrierten Nummern und vereinbart einen Abholtermin. So einfach wie beliebt: Mittlerweile haben sich bundesweit über 600 PfandsammlerInnen registriert und über 5.000 Facebook-UserInnen haben das Projekt per Klick für gut befunden.

Geld nicht einfach wegschmeißen: Für den Einen sind’s ein paar popelige Cents, der Nächste kann sich dafür ein Brötchen gegen den Hunger kaufen. Klingt überspitzt, ist aber hierzulande leider Lebensrealität.

Mit seiner Intiative Pfand gehört daneben setzt der Berliner Grafiker Matthias Gomille genau dort an: Er ruft dazu auf, leere Pfandflaschen in gut frequentierten Straßen nicht einfach in den Müll zu schmeißen, sondern gut sichtbar daneben zu stellen. So müssen FlaschensammlerInnen, die auf die Centbeträge angewiesen sind, nicht mehr im Müll wühlen. Gute Sache, finden nicht nur die bisher knapp 10.000 Facebook-UserInnen, die “Gefällt mir” klickten, sondern auch Promis wie Sarah Kuttner, die der Initiative ihr Gesicht geben.

 

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