Was für eine geniale Idee: Wer künftig nach rechtspopulistischen und rassistischen Videos im Netz sucht, bekommt vorher Clips zu sehen, in denen Geflüchtete auf ihre Art die gängigen Vorurteile entkräften: Mit Fakten, persönlichen Geschichten oder einfach mit Humor. Wer also im Netz nach Lutz Bachmann und Co. sucht, trifft vorher vielleicht auf Arif aus Syrien, der charmant darauf hinweist, dass er – im Gegensatz zu Bachmann – noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei (siehe Video oben). Vorspulen ist übrigens nicht, der Clip muss – will man zum eigentlichen Hetzvideo weiter – bis zum Ende angesehen werden.

“Mit der gezielten Platzierung der Spots wollen wir die Konsumenten der rechtsradikalen Videos zum Nachdenken anregen und am besten sogar umstimmen. Gleichzeitig schwächen wir die Macht der rechtsradikalen Hetzer und zwingen sie, ihre Online-Kanäle für Werbung zu schließen. Man darf also gespannt sein, wie lange es noch möglich sein wird, vor Pegida-Videos Werbung zu schalten und die Hetze damit mitzufinanzieren”, sagt Mit-Initiatorin Mareike Geiling.

Hinter der Aktion, die unter dem Motto “Search racism, find truth” läuft, steckt die Berliner Organisation “Flüchtlinge Willkommen”, die seit Ende 2014 Flüchtlinge und Wohnraumanbieter bundesweit zusammenbringt (siehe auch hier). Mit insgesamt neun Flüchtlingen haben die Macher Spots gedreht, einer von ihnen ist auch der syrische Filmemacher Firas al-Shater, der auf seinem Youtube-Kanal mächtig erfolgreich und sehr smart über sein Leben in Deutschland erzählt.

“Mit der Kampagne wollen wir genau dort zu mehr Aufklärung und Weltoffenheit beitragen, wo Hass und Hetze gegen Fremde sich am schnellsten verbreiten: im Internet“, sagt Jonas Kakoschke, ebenfalls Mit-Initiator von Flüchtlinge Willkommen.

Zur Homepage der Kampagne der Kampagne geht’s hier.

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